Statistisch beginnt in Deutschland alle 10 Sekunden ein neuer Straf- oder Zivilprozess, jede Minute ein neuer Rechtsstreit vor einem Sozial- oder Arbeitsgericht. Im Jahr werden in Deutschland unglaubliche 10 Millionen Bußgeld-, Zivil- und Strafverfahren erfasst. So kann sich auch die friedliebendste Person unerwartet in einem Rechtsstreit befinden, und über die Vorhersagbarkeit von Gerichtsurteilen sagen gerade Juristen nicht umsonst: Vor Gericht und auch hoher See bist du in Gottes Hand!
Aufgrund dieser Unsicherheit verzichten auf der anderen Seite viele Deutsche auf ihr Recht, weil sie hohe Prozesskosten fürchten. Um sich gegen unerwartete Prozesskosten abzusichern und im Notfall nicht nur Recht zu haben, sondern auch Recht zu bekommen, hilft eine Rechtsschutzversicherung. Diese kann als Paket für die Bereiche Privat-, Berufs-, Verkehrs- und Mieterrechtsschutz abgeschlossen werden, wobei die einzelnen Bausteine auch individuell zusammengestellt werden können.
Um die Prämie für die Rechtsschutzversicherung möglichst gering zu halten, sollte genau überlegt werden, welche Bausteine tatsächlich benötigt werden:
- Berufsrechtsschutz: arbeiten sie in einer Krisenbranche oder dem öffentlichen Dienst? wie zuverlässig ist ihr Arbeitgeber?
- Verkehrsrechtsschutz: sind sie viel im Straßenverkehr unterwegs (egal ob mit ihrem PKW, Fahrrad etc.)?
- Mieterrechtsschutz: wohnen sie zur Miete? wie schätzen sie ihren Vermieter ein?
Vor diesem Hintergrund benötigen Beamte, die kein Auto besitzen und im Eigenheim wohnen, statistisch am wenigsten eine Rechtsschutzversicherung.
Bis zur versicherten Deckungssumme (in guten Tarifen ohne Begrenzung nach oben) übernimmt die Rechtsschutzversicherung nicht nur die anfallenden Kosten (für den eigenen Anwalt und den der Gegenseite, die Gerichte, Entschädigungen für Zeugen, Gutacher oder Sachverständige etc.), sondern unterstützt den Versicherten bei der ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner rechtlichen Interessen im Schadensfall (durch Übernahme von Reisekosten, die Gewähr einer Kaution als Darlehn etc.).
In der Praxis hat es sich bewährt, Tarife mit einer Selbstbeteiligung abzuschließen (z.B. 150 € je Schadensfall). Auf diese Weise lässt sich der Beitrag deutlich senken. Gute Tarife bieten zudem eine Senkung der Selbstbeteiligung für jedes Jahr an, in dem die Vericherung nicht in Anspruch genommen wurde.
Damit eine Rechtsschutzversicherung leistet, ist der Beginn des Versicherungsfalls entscheidend. Kurz gesagt, zahlt die Versicherung nur dann, wenn die Police älter ist als der Streit. Unterberücksichtigung der üblichen Wartezeit (3 Monate) muss die Ursache des Rechtsstreits also mindestens drei Monate vor dem Abschluss des Rechtsschutzvertrages liegen. Gute Tarife wenden die sogenannte Folgeereignistheorie an: somit muss nicht zwingend die Ursache, sondern nur das den Streit auslösende Ereignis mindestens drei Monate vor dem Vertragsabschluss liegen (vgl. Leistungsbeispiele).
Kommt es zu einem Rechtsstreit, sollten sie über die telefonische Rechtsberatung der Versicherung oder besser den Anwalt ihres Vertrauens eine Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung einholen lassen. So können sie sicher sein, dass die Rechtsschutzversicherung die Kosten auch tatsächlich übernimmt. Die meisten Anwälte holen eine Deckungszusage ein, ohne ihnen Kosten zu berechnen (obwohl dies gegen die anwaltliche Berufsordnung verstößt).
Die Prämien für einzelne Bausteine der Rechtsschutzversicherung können Sie in unseren Versicherungsrechner direkt online kalkulieren. Weitere ausführliche Informationen zur Rechtsschutzversicherung hat das Informationszentrum der deutschen Versicherer in unserer Broschüre für sie zusammengestellt.


